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Nähmaschinen-Museum Mey.

Sammlung Albrecht Mey der „Stiftung Nähmaschinen-Museum Sammlung Albrecht Mey“.

Aufgrund der neuen Corona-Verordnung bleibt das Museum
voraussichtlich bis zum 30. November 2020 geschlossen.

Bleiben Sie gesund.

Aufgrund der neuen Corona-Verordnung bleibt das Museum
voraussichtlich bis zum 30. November 2020 geschlossen.

Bleiben Sie gesund.


Seit Mai 2009 öffnet das Nähmaschinen-Museum Mey den Besuchern seine Tore. Hier erschließt sich den Museumsbesuchern die zeitgeschichtliche Entwicklung der Nähmaschine.

Raritäten wie die Opel Nr. 1, die Peugeot Nr. 1, die Krems-Nähmaschine, die hochinteressante Kerzdörfer, die sehr frühe Gibbs und viele andere zum Teil seltene und ausgefallene Exemplare werden hier ausgestellt.Die Sammlung unter Leitung von Martin Mey, Sohn des Museumsgründers Albrecht Mey, enthält über 420 Raritäten, die in jahrelanger Sammlerleidenschaft zusammengetragen wurden und die den internationalen Bekanntheitsgrad des Muse­ums begründen.

Öffnungszeiten:

Montag bis Donnerstag: 9-17 Uhr | letzter Einlass: 16 Uhr
Freitag: 9-12 Uhr und nach Vereinbarung
In den Sommerferien, an Feiertagen sowie im Betriebsurlaub hat das Museum geschlossen.

Eintrittspreise:

Erwachsene: 3 €
Gruppen ab 10 Personen: 2 € pro Person
Kinder, Schüler und Studenten: freier Eintritt

Kontakt:

Mail: museum@mey.com | Telefon: +49 (0) 07431/706-0

Warum gibt es das Nähmaschinen-Museum Mey?

1948 berichtet der Verfasser Zimmermann in seinem Text „Entwicklung der württembergischen Trikotindustrie“, dass schon in der Mitte des 19. Jahrhunderts im Gebiet des heutigen Albstadt Trikotagen-Fabriken gegründet wurden.

Er beschreibt weiter die Ergänzung industrieller Herstellung von Trikotagen durch die Einführung amerikanischer Nähmaschinen, welche den Ersatz mühsamer Handarbeit durch maschinelle Fertigung ermöglichten. Da die deutsche Nähmaschinenindustrie für diesen Zweck geeignete Maschinen in jener Zeit noch nicht fertigte, wurde die erste Maschine zur Verwendung in der Trikotagen-Fertigung unter tätiger Mithilfe der königlichen Zentralstelle aus Amerika bezogen.

Der Unternehmer und Sammler Albrecht Mey gründete das Nähmaschinenmuseum Mey mit dem Anspruch, mit Hilfe der zahlreichen Exponate der gezeigten Sammlung Albrecht Mey aufzuzeigen, wie sich die Nähmaschine von ihren Anfängen bis in die heutige Zeit hinein entwickelt hat.

Das Nähmaschinenmuseum Mey ist den vielen fleißigen Näherinnen in der Textilindustrie gewidmet!

BESONDERE NÄHMASCHINEN IN UNSERER AUSSTELLUNG

PEUGOT NR. 1 (RUND)

1878, Frankreich

Das Haus Peugot ist mit seinen interessanten Modellen wohl als einer der bedeutendsten französischen Nähmaschinenhersteller zu bezeichnen.

 

BALTHASAR KREMS

Mayen/Rhld. um 1800 (Nachbau)

Die erste nähfähige Maschine in Deutschland, deren Funktionstüchtigkeit durch eine noch erhalten gebliebene Maschine nachgewiesen werden kann, ist die Kranz-Nähmaschine von Balthasar Krems aus Mayen in der Eifel.

 

OPEL NR. 1

1863, Deutschland

Opels erster Kunde war der Rüsselsheimer Schneidermeister Hummel. Dieser benutzte die Maschine über 40 Jahre lang, was für die hohe Qualität spricht.

 

NÄHMASCHINE ZUR ERINNERUNG AN DIE BEENDIGUNG DES AMERIKANISCHEN FREIHEITSKRIEGES (WHEELER & WILSON)

1866, USA

In der Mitte des Deckels ist das amerikanische Wappentier, der Weißkopfadler, in sehr feiner, filigraner Schnitzarbeit dargestellt. Links von dem Adler ist eine Eichenranke, das Zeichen für Kraft und Stärke. Rechts eine Ranke aus Lorbeer, das Zeichen des Sieges.

Im Inneren des Deckels ist in Holzeinlegearbeit das damalige Wappen der Vereinigten Staaten von Amerika dargestellt mit der Inschrift „E PLURIBUS UNUM“, darunter das Signum des Herstellers W. & W. Mfg. Co.. Das Kabinett wird durch zwei runde Schiebetüren geöffnet. Auf der rechten Türe sind die Stände dargestellt, wie z.B. der Bauer, der Kaufmann, Zimmermann, Mechaniker, Handelsmann und Seemann. Links wird das Militär gezeigt, wie z.B. der Füsilier, der Fahnenträger, Hellebardist, Kanonier, Kavallerist und Hornist. Der Kopf der Maschine ist ganz mit Perlmutt belegt. Auch hier wird das amerikanische Wappentier, der Weißkopfadler, dargestellt.

Die Näharme, der Greiferhalter, die Stichplatte und die Schrauben sind vergoldet. Die Maschine diente der Firma in erster Linie zu Ausstellungszwecken. Dies ist sicher der Grund, weshalb sich die Maschine auch heute noch in einem exzellenten Erhaltungszustand befindet.

UM DIE NÄHMASCHINE RANKEN SICH VIELE GESCHICHTEN

Mr. Carlos Stebbins aus Pike im Staat New York (USA) war ein Universalgenie. Neben der Malerei betrieb er auch eine Eisengießerei.

Als der Bürgerkrieg in den USA ausbrach (1860-1865), machte sich Stebbins Gedanken darüber, wie er etwas zur Unterstützung der Truppen der Nordstaaten beitragen könnte. Er kam auf die Idee, Unterwäsche und andere Kleidungsstücke für die Soldaten zu nähen. Dazu konstruierte er eine Nähmaschine, meldete sie zum Patent an und produzierte eine kleine Anzahl. Die eigene Gießerei erleichterte dieses Vorhaben erheblich.

Nach der Überlieferung soll er 17 junge Frauen eingestellt haben, welch die Nähmaschinen bedienten. Als der Krieg für die Nordstaaten erfolgreich beendet war, löste er seinen „Konfektionsbetrieb“ auf und schenkte die 17 Maschinen seinen Näherinnen. Das einzige bisher bekannte noch existierende Exemplar finden Sie in unserer Ausstellung.

Stebbins verbesserte später seine Nähmaschine, meldete zwei weitere Patente an und baute auch hier wiederum nur eine kleine Stückzahl. Eine Patentschrift dieser zweiten Serie können wir Ihnen ebenfalls präsentieren.

AM ANFANG WAR DIE NADEL

Die Nähnadel, so kann man heute mit Fug und Recht behaupten, war eine der ersten genialen Erfindungen des Menschen. Schon etwa 20.000 Jahre vor Christus benutzte man zum „Nähen“ gespaltene Fischgräten, Dornen und ähnliches. Später waren die Nadeln aus spitzen Knochen oder Horn mit einem Öhr und wiederum später aus Bronze und Kupfer.

Im 14. Jahrhundert gelang es dann Nürnberger Nadlern erstmals, eine Nadel aus Stahldraht herzustellen. Die unscheinbare Nadel blieb jahrtausendelang das wichtigste Werkzeug der Kleiderhersteller, während in der Spinnerei und Weberei wesentlich früher mit wirkungsvollen Hilfsmaschinen gearbeitet wurde. Erst in der Mitte des 18. Jahrhunderts beschäftigte man sich damit, die Nähnadel durch eine Maschine bewegen zu lassen.

Der erste Nähapparat wurde von dem Engländer Thomas Saint erfunden und am 17. Juli 1790 unter der Nummer 1764 zum Patent angemeldet.

Seine Maschine war ganz aus Holz. Sie arbeitete mit einem
Vorstecher und einer Hakennadel und nähte damit einen Kettenstich. Saints Erfindung bleibt geschichtlich unange-
tastet bestehen, obwohl seine Maschine noch mangelhaft gearbeitet hat.


Das Original dieser ersten „nähenden“ Maschine von 1790 existiert nicht mehr. In unserer Ausstellung sehen Sie eine originalgetreu durch unsere Mechaniker Richard Nufer und Thomas Rückauf nachgebaute Version. Die Maschine ist sogar nähbereit.

Der Österreicher Josef Madersperger benutzte bei seinen Versuchen ebenfalls die öhrspitzige Nadel und konnte mit seiner Maschine aus dem Jahr 1814 einen dem verknoteten Doppelsteppstich ähnlichen Stich nähen.

Die Konstruktionen von Madersperger waren bahnbrechend und sehr fortschrittlich. Trotzdem hat ihm seine Erfindung kein Glück und auch keinen wirtschaftlichen Erfolg gebracht. Madersperger verstarb am 2. Oktober 1850 im Alter von fast 83 Jahren völlig vereinsamt im Armenhaus von St. Marx bei Wien.

Diese Maschine finden Sie als Ausstellungsstück in unserem Museum.

Ungefähr zur gleichen Zeit wie Madersperger baute der französische Schneider Barthelemy Thimonnier aus St. Etienne eine Maschine, mit der man bereits 200 brauchbare Kettenstiche in der Minute herstellen konnte.

Nachdem B. Thimonnier ein Patent auf seine Maschine erhalten hatte, siedelte er im Jahre 1831 nach Paris über und baute ca. 80 Nähmaschinen, die in Militärwerkstätten zum Einsatz kamen. Die französischen Schneider fürchteten brotlos zu werden und zerstörten in blinder Wut die Werkstatt von Thimonnier.

Eine Maschine konnte er retten und fuhr mit dieser von Ort zu Ort, um sie gegen Entgelt auf Jahrmärkten vorzuführen. Thimonnier starb in Armut 1857. Auch diese Maschine finden Sie in unserem Nähmaschinen-Museum.


DER WAHRE ERFINDER DER NÄHMASCHINE

Unter all den verschiedenen Erfindern, die sich mit dem Problem der Konstruktion
einer brauchbaren Nähmaschine auseinandersetzen, gebührt dem Amerikaner Elias Howe die Anerkennung, der eigentliche Schöpfer der Nähmaschine zu sein.

Er wurde 1819 in Spencer, Massachusetts, geboren. Als junger Mensch verließ er sein Elternhaus, um das Handwerk des Maschinenbaus zu erlernen. In Boston war er in
einer Fabrik zur Herstellung von Spinn- und Webmaschinen beschäftigt. Seine Kenntnisse über den Webvorgang, nämlich die Verbindung von Schuss und Kette, brachten ihn auf den richtigen Weg. Die von ihm entwickelte Maschine hatte eine gebogene, öhrspitzige Nadel, die an einem schwingenden Arm durch den Stoff geführt wurde und mittels eines Weberschiffchens den doppelten Steppstich erzeugte.

Am 10. September 1846 wurde ihm ein Patent ausgestellt. Trotz aller Anstrengungen, seine Maschine bekanntzumachen, musste Howe feststellen, dass in Amerika kaum Interesse dafür bestand. Deshalb schickte er seinen Bruder Amasa nach England, um dort seine 
Erfindung anzubieten. Als ihm das Geld ausging, musste er das Patent verkaufen.

In Amerika hatte sich in der Zwischenzeit einiges getan. Howes Maschine hatte mittler-
weile Anerkennung gefunden und wurde nachgebaut. Nachdem Elias Howe einen Geldgeber gefunden hatte, holte er sich das englische Patent zurück und verklagte seinen Konkurrenten. Nach einigen Prozessen wurde ihm 1854 das Eigentumsrecht für seine
Erfindung zuerkannt. Alle „Patenträuber“ mussten Lizenzgebühren bezahlen und
Elias Howe wurde ein reicher Mann. Noch vor seinem Tode im Jahre 1867 verzichtete er auf die Verlängerung seines Patentes, da er inzwischen ein beachtliches Vermögen besaß.

Eine originalgetreue Nachbildung dieser ersten, funktionsfähigen Doppelsteppstichnähmaschine finden Sie in unserer Ausstellung.

Wussten Sie, dass Adam Opel, der Gründer der Opelwerke, nie ein Auto aus eigener Produktion gesehen hat?

Er verstarb am 8. September 1895. Die Gründung der Firma ging auf die Herstellung von Nähmaschinen und Fahrrädern zurück. Erst drei Jahre nach seinem Tod nahmen die Söhne von Adam Opel die Produktion von Automobilen auf.

1857 ging der junge Adam Opel auf die Wanderschaft. Über Belgien kam er nach Frankreich, wo er zum ersten Mal eine Nähmaschine sah. 1862 kehrte er nach Rüsselsheim zurück. Bis zum Frühjahr 1863 wuchs in mühevoller Kleinarbeit die erste Opel-Nähmaschine zu einem gebrauchsfähigen Gerät heran. Eine Opel Nr. 1 können Sie in unserem Museum bewundern.

Unter den Schneidergesellen der Umgebung war inzwischen bekannt geworden, welch ein zuverlässiges Gerät diese Opel-Nähmaschine war. Als Adam Opel seine zweite Maschine mit der Fähre von Rüsselsheim an das andere Mainufer nach Flörsheim bringen wollte, wurde er von aufgebrachten Schneidergesellen, welche um ihre Arbeitsplätze bangten, mit Steinwürfen empfangen. Opel musste umkehren und konnte seine Maschine erst zu einem späteren Zeitpunkt bei Dunkelheit abliefern.

DIE SAMMELLEIDENSCHAFT

Oft spielt bei der Auswahl des Sammelgebietes der Beruf eine wesentliche Rolle. Auch die Entstehung der vorliegenden Sammlung ist diesem Umstand zu verdanken. Zunächst waren es ausgediente Industriemaschinen die gesammelt wurden. Erst später kamen dann historische Haushaltsnähmaschinen dazu. Die Basis bildeten die Sammlung Hanspeter Luzi aus St. Gallen
in der Schweiz und danach die Sammlung Roger Frey aus Cannes in Frankreich. Ein wesentlicher Teil der Sammlung besteht aus seltenen amerikanischen Nähmaschinen. Dies sind Einzelstücke oder Raritäten, die auf der Welt nur noch in wenigen Exemplaren vorhanden sind.

Hochinteressante Nähmaschinen kamen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts auch aus Frankreich. Die französischen Maschinen waren technisch auf hohem Stand und von bester Qualität. Möglicherweise lag es daran, dass die französische Nähmaschinenindustrie schon damals, vom Preis her gesehen, international nicht wettbewerbsfähig wurde. Das Nähmaschinen-
geschäft in Frankreich wurde hauptsächlich von Importen aus Nordamerika und Deutschland bestimmt. Die französischen Konstrukteure wandten sich, aufgrund dieser Erfahrungen, dann neuen konstruktiven Bereichen zu, bauten Fahrräder und vor allen Dingen Automobile. Außerdem beschäftigten sie sich mir der Konstruktion und der Entwicklung von Flugzeugen.

Deshalb sind heute die alten französischen Nähmaschinen in Sammlerkreisen sehr begehrt, da es, bis auf wenige Ausnahmen, nie zu einer Massenfabrikation gekommen ist.

WIR FREUEN UNS AUF IHREN BESUCH IM NÄHMASCHINEN-MUSEUM MEY IN ALBSTADT

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